Geschichte & Meilensteine

Did You KnowEclair, bereits 1907 gegründet, begann 1912 in Frankreich und in den USA mit der Produktion von Stummfilmen, darunter auch Robin Hood, einer der ersten Verfilmungen des Klassikers.

Was uns im Besonderen auszeichnet und warum wir so stolz auf unser Erbe sind, erfahren Sie hier:

22. April 1907

Charles Jourjon, von Haus aus Anwalt, und der Kino-Pionier Ambroise Parnaland erkennen, das rasante Wachstum der Kinoindustrie. Sie gründen die Société Française des Films l’Eclair.

Juli 1907

In Épinay-sur-Seine erwerben sie das Lacepède-Gelände, das ideal für Filmaufnahmen geeignet ist. In weniger als fünf Jahren steigt Eclair zur Nr. 3 der Filmproduzenten auf, gleich nach den berühmten Pionieren Pathé und Gaumont.

1911

Eclair eröffnet Studios und ein Filmlabor in Fort Lee, New Jersey, der Hauptstadt des amerikanischen Kinos vor Hollywood. Als Leiter kann Étienne Arnaud von Gaumont gewonnen werden.

1911

Nach Stationen bei Gaumont und Pathé kommt Emile Cohl, der Vater des Zeichentrickfilms, zu Eclair USA.

1913

Georges Maurice, Technischer Direktor, treibt die Automatisierung des Labors und die Mechanisierung des Kolorierungsverfahrens (patentiert von dem ehemaligen Pathé-Ingenieur Jean Méry) voran.

1913

Die Eclair Studios in Fort Lee, NJ, werden durch ein Feuer verwüstet.

1914

Zu Beginn des 1. Weltkriegs requiriert die Armee die Studios und zieht alle kriegstauglichen Männer ein. 1915 wird die Section cinématographique de l’Armée, die Filmbrigade des Heeres auf Initiative von Leutnant Jean-Louis Croze (im Zivilleben Literaturkritiker) gegründet. Lediglich vier Produktionsfirmen, Pathé, Gaumont, Eclair und Eclipse, erhalten die offizielle Genehmigung für die filmische Kriegsberichterstattung.

1917

Eclair ist in großen finanziellen Schwierigkeiten. Charles Jourjon überredet den Vorstand, die Rettung des Unternehmens in die „freundlichen Hände“ von Kinobetreiber Serge Sandberg und Verleiher & Filmimporteur Louis Aubert zu legen.

1918

Charles Jourjon und Serge Sandberg gründen gemeinsam ein neues Unternehmen und drängen Louis Aubert im April 1919 hinaus. Die Assets von Eclair werden an die S.I.C. (Société Industrielle Cinématographique), einen autorisierten Eclair-Händler, verpachtet.

1918

Das von Serge Sandberg gegründete Pasdeloup Orchestra, , wird von Epinays Tobis Studios beauftragt, Begleitmusik für Filme aufzunehmen, die vor dem Dirigenten auf eine Leinwand projiziert werden.

1919

Eröffnung eines dritten Studios und Markteinführung der berühmten, von Jean Méry entwickelten und patentierten „Caméréclair“ Kamera. Mehrere in Nizza gedrehte Filme werden finanziert, darunter auch die Arbeiten von Louis Nalpa und Produktionen der Société des Cinéromans unter der Leitung von René Navarre.

1921

Die Eclair-Studios werden an unabhängige Produktionen vermietet. Angesichts der beengten Verhältnisse in Montreuil dreht Alexandre Kamenkas Firma Albatros ihre Filme in den Eclair-Studios. Regisseure sind Jean Epstein, Jacques Feyder, René Clair und Marcel L’herbier, die Kulissen baut Lazare Meerson.

1922-1928

Eclair produziert die letzten Spielfilme. Charles Jourjons wöchentliches Eclair Journal wird weitergeführt. 1930 verkauft Serge Sandberg seine Anteile an Eclair an Charles Jourjon, behält aber die ehemaligen Menchen-Studios in der rue du Mont.

1929

Der letzte Stummfilm entsteht in Berlin: „Napoleon auf St. Helena“, unter der Regie von Lupu Pick und vertrieben von Louis Aubert.

1932

Vier Jahre lang dauert es, bis Jean Méry dem Drängen von Charles Jourjon nachgibt und seine Caméréclair für Tonaufnahmen nachrüstet. Kameraleute filmen politische und Sportereignisse für das Eclair Journal, das jetzt mit Ton gezeigt wird.

1934

Charles Jourjon, der Gründer von Eclair, stirbt. Sein Schwiegersohn Jacques Mathot, Absolvent der École Louis Lumière, wird Nachfolger.

1940-1944

Trotz der Besatzung durch die Deutschen und dem Mangel an Filmmaterial gehen in Épinay-sur-Seine die Dreharbeiten weiter. So entstehen unter anderem André Zwobadas „Croisières sidérales“ sowie die ersten Spielfilme von Claude Autant-Lara („Douce“) und Robert Bresson („Les dames du Bois de Boulogne“). Eclair Journal wird zu einem Propagandainstrument.

Zwischen dem 1. und dem 2. Weltkrieg

Ingenieur Jean Thérus, der das Eclair-Labor übernimmt, ermöglicht die Entwicklung der ersten Farbfilme: Agfacolor (1932) und Eastmancolor (1950).

1945

Jacques Mathot und André Coutant erfinden eine neue Kamera, die Caméflex. Jean Cocteau nennt sie einen „Traum für alle von uns, die wahrhaftige Augen haben“.

Späte 1950er Jahre

Geburt der französischen Nouvelle Vague. Claude Chabrols „Les Cousins“ (Schrei, wenn du kannst) und „Le Beau Serge“ (Die Enttäuschten), François Truffauts „Les quatre cents coups“ (Sie küssten und sie schlugen ihn) und Jean-Luc Godards „A bout de soufflé“ (Außer Atem) werden dank der neuen, leichteren Schulterkameras von Eclair und dem hoch lichtempfindlichen Filmmaterial, das kein künstliches Licht benötigt, außerhalb der Studios gedreht.

1971

Jacques Mathot stirbt. Sein Schwiegersohn Philippe Dormoy wird sein Nachfolger.

1970er Jahre

Eclair gründet den Geschäftsbereich Broadcast Video, um die wachsende Nachfrage der neuen und zunehmend wichtiger werdenden Fernsehsender zu bedienen.

1980er Jahre

Im nächsten Jahrzehnt steigt Eclair in den boomenden Video-Markt ein: Das Unternehmen gründet eine Abteilung für die Kopie von VHS-Kasetten und wird selbst zum Video-Vertrieb.

1988

Eclair bildet zusammen mit den Video-Postproduktionslaboren Télétota und Telcipro die Tectis Gruppe.

1990

Bertrand Dormoy folgt seinem Vater und übernimmt bis 2005 die Regie bei Eclair. Er führt die Familientradition der Unterstützung junger Produzenten und Regisseure fort. So stellt er den jungen Luc Besson als Praktikant bei Eclair ein, und als Besson seine eigene Produktionsfirma gründet, hilft Eclair bei seinem ersten Film, „Le Dernier combat“ (Der letzte Kampf). Eclair ist das führende Fotochemie-Labor in Frankreich.

2000er Jahre

Eclair erstellt eine komplette Postproduktionskette. Das digitale Labor des Unternehmens (Color Grading, eine Produktionskette, die HD- und 4K-Bilder bearbeiten kann, Restaurierung etc.) ist eines der größten in Europa.

31. Juli 2015

Eclair wird Teil der Ymagis Gruppe. Alle Unternehmensteile, die in Epinay-sur-Seine angesiedelt sind, ziehen nach Vanves südlich von Paris um. 

Juli 2016

Markteinführung der EclairColor HDR-Technologie (High Dynamic Range); Patentbeantragung für EclairColor in Frankreich, der EU und den USA.